Der Wurmbefall des Hundes

Ein Wurmbefall ist bei Hunden keine Seltenheit. Würmer gehören zu den Parasiten. Sie entziehen dem Hundeorganismus Nährstoffe und können ihn auf vielfältige Weise schädigen. Bei gesunden erwachsenen Hunden wird ein Wurmbefall oft gar nicht bemerkt. Ein Risiko besteht immer dann, wenn sich die Würmer sehr zahlreich vermehren können und / oder das Immunsystem des Hundes bereits durch andere Erkrankungen geschwächt ist. Gerade bei Welpen kann ein Wurmbefall ein ernstes gesundheitliches Risiko darstellen.

Parasiten bei Hunden: Grundlagen zu Würmern & Co

Es gibt zahlreiche Parasiten, mit denen unsere geliebten Vierbeiner sich infizieren können. Man teilt sie in Endoparasiten (leben im Tier) und Ektoparasiten (leben außen auf oder in der Haut) auf. Zu den Endoparasiten zählen Würmer, aber auch Einzeller wie z. B. Giardien. Ektoparasiten sind z. B. Milben, Flöhe, Haarlinge und Zecken.
Sie alle haben einen oder mehrere „Endwirte“: Im Endwirt werden die Parasiten geschlechtsreif und vermehren sich. Sie sind meist recht gut an ihn angepasst und schädigen ihn nur moderat. Manche Parasiten haben zusätzlich auch einen oder mehrere „Zwischenwirte“. In diesen machen sie bestimmte Entwicklungsschritte durch. Als „Fehlwirt“ bezeichnet man solche Tiere, an die der Parasit schlecht angepasst ist. Hier kommt es dann häufiger zu starken Schädigungen bis hin zum Tod.
Besonders gefährlich sind Parasiten für sehr junge oder sehr alte Tiere (und Menschen) sowie für solche, die bereits ein geschwächtes Immunsystem haben. Diese können sich schlechter gegen den Eindringling zur Wehr setzen und erleiden größere Schäden. Deswegen ist eine Parasitenbekämpfung bei allen Haustieren sinnvoll, um gefährdete Gruppen zu schützen.
In größeren Hundegruppen, z. B. in Tierheimen, Tierpensionen, Jagdmeuten oder auf Ausstellungen und Turnieren finden die Parasiten viel leichter einen neuen Wirt. Daher breiten sie sich hier schneller aus und sind schwieriger zu beseitigen. Eine gute Prophylaxe, also Vorbeugung, ist sehr wichtig!

Dieser Artikel wurde von einem Dr. Fressnapf-Tierarzt verfasst.
Wussten Sie, dass Dr. Fressnapf Videoanrufe mit erfahrenen Tierärzten anbietet?
Sie können innerhalb weniger Minuten eine individuelle Beratung erhalten – ganz einfach von zu Hause mit dem Smartphone, Tablet oder Computer.
Vereinbaren Sie hier Ihren Termin!

Wie kommt der Wurm in den Hund?

Sehr häufig nehmen Hunde die infektiösen Wurmstadien (Eier und Larven) aus der Umwelt auf. Diese frühen Entwicklungsstadien sind weit verbreitet im Erdreich, auf Wiesen, Feldern, in Park- und Grünanlagen. Sie stammen vorwiegend aus Kot und Aas.
Auch der direkte Kontakt, also Beschnüffeln und Belecken des Analbereiches von infizierten Artgenossen, kann zur Ansteckung führen. Der Verzehr von wildlebenden Zwischenwirten (Mäuse, Vögel) und ein Flohbefall stellen ebenfalls ein Infektionsrisiko dar.
Hundewelpen können sich bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch infizieren. Zudem gibt es Wurmarten, deren Larven die Haut des Hundes durchbohren können. Und nicht zuletzt können durch die Verfütterung von rohem Fleisch und Innereien (z. B. Lunge und Leber) verschiedene Parasiten auf den Hund übertragen werden.

Woran erkennt man einen Wurmbefall bei seinem Hund?

Das ist für den Besitzer nicht immer einfach zu erkennen. Ein gesunder, erwachsener Hund muss keine offensichtlichen Symptome aufweisen.
Allgemeine Symptome eines Wurmbefalls sind: Durchfall und Erbrechen, Schwäche, Abmagerung, Appetitverlust, stumpfes Fell, aufgeblähter Bauch, Juckreiz um den Anus herum, Infektanfälligkeit und Wundheilungsstörungen.
Manchmal findet man im Erbrochenem auch Spulwürmer oder weiße, reiskornähnliche Bandwurmglieder (Proglottiden) in Fell oder Kot.
Junge Tiere können durch den Nährstoffmangel in ihrem Wachstum zurückbleiben und die oben genannten Symptome deutlich stärker zeigen. Immungeschwächte Tiere können unter Infektanfälligkeit leiden. Ein massiver Wurmbefall kann sogar zum Darmverschluss führen, was einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt.
Selbst wenn der Hund keine augenscheinlichen Symptome aufweist, sollte dem Besitzer klar sein, dass viele Wurmarten, insbesondere der Befall mit den Bandwurmarten Echinococcus multilocularis und Echinococcus granulosus und der Befall mit Spulwürmern bei dem Hund ein Risiko darstellt: Es handelt sich um Zoonoseerreger, also Parasiten, die auch den Menschen befallen können und vor allem für Kinder und immungeschwächte Personen gefährlich sein können.

 

Sprechen Sie mit einem unserer kompetenten Tierärzte zum Thema Kastration und lassen Sie sich umfassend beraten.

Welche Wurmarten kommen beim Hund am häufigsten vor?

Wir unterscheiden die intestinalen Würmer, die tatsächlich im Magen- Darm-Trakt parasitieren von den extraintestinalen Würmen, die beispielsweise in der Haut, der Lunge oder dem Herzen leben.
Die häufigsten Wurmarten des Hundes sind:

Spulwürmer (Toxocara canis) 
Die ausgewachsenen Würmer können bis zu 18 cm lang werden. Sehr häufig sind Hundewelpen von Spulwürmern befallen, da sie bereits im Mutterleib und über die Muttermilch infiziert werden. Erwachsene Hunde nehmen die infektiösen Wurmeier aus der Umwelt oder durch den Verzehr von Nagetieren oder rohem Fleisch auf. Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die sich durch die Dünndarmwand bohrt. Über das Blut gelangt sie zunächst zur Leber und dann zur Lunge. Von dort wird sie hochgehustet und geschluckt. Sie siedelt sich wieder im Dünndarm an und entwickelt sich zu einem „eierproduzierenden“, erwachsenen Wurm. Während Hundewelpen abgemagert sind, einen aufgeblähten Bauch oder auch Atemwegsprobleme wie Husten aufweisen können, zeigen erwachsene Hunde selten Symptome.
Interessant ist allerdings, dass bei älteren Hunden eine sogenannte „somatische Wanderung“ der Larven auftritt: Die Larven werden nicht aus der Lunge hochgehustet, sondern wandern von dort direkt in andere Körpergewebe und gehen in Ruhestadien über. Bei einer trächtigen Hündin erwachen diese Ruhestadien ab dem 42. Trächtigkeitstag wieder und wandern direkt in die Föten, so dass diese bereits mit einem Wurmbefall geboren werden.

Hakenwürmer (Uncinaria stenocephala, Ancylostoma caninum) 
Die Hakenwürmer haben eine hakenförmige Mundöffnung, mit der sie sich im Inneren des Dünndarms festbeißen und die Darmschleimhaut verletzten. Sie produzieren unreife Eier, aus denen erst in der Außenwelt eine infektiöse Larve schlüpft. Diese wird dann von dem Hund oral aufgenommen oder die Larve durchdringt die Haut des Hundes. Auch eine Übertragung von der säugenden Hündin auf die Welpen mit der Milch ist möglich. Hakenwürmer können besonders in größeren Tiergruppen (Tierheim, Tierpension, etc.) Probleme bereiten und führen zu Durchfall und Abmagerung.

Bandwürmer (Dipylidium caninum und Taenia spp.) 
Der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) kann vor allem durch Flöhe oder auch Haarlinge übertragen werden. Der Hund nimmt dabei das infizierte Insekt oral auf. Die Bandwürmer der Gattung Taenia spp. werden durch das Fressen von infizierten Zwischenwirten (Nagetieren) oder das Fressen von rohem Fleisch aufgenommen. Bandwürmer verursachen selten Symptome. Häufig kann man das „Schlittenfahren“ beobachten: Die Hunde rutschen mit dem Po über den Boden, weil der Anus juckt.
Allerdings sind der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) aufgrund ihres Ansteckungsrisikos für Menschen von besonderer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit.
Der gefährliche Fuchsbandwurm ist in Deutschland, in Mittel- und Osteuropa verbreitet. Endwirt ist der Rotfuchs. Er scheidet die „Wurmpakete“ (Proglottiden) aus. Die Eier gelangen mit dem Kot in die Umwelt und werden dort von Zwischenwirten, vor allem von Feldmäusen und anderen Nagern aufgenommen. Der Rotfuchs und der Hund infizieren sich durch den Verzehr eines infizierten Zwischenwirtes. Der Mensch kann sich wiederrum durch die Aufnahme von Eiern direkt am befallenen Endwirt (Hund) oder an kontaminierten Nahrungsmitteln, z. B. Waldbeeren, Pilzen, etc. infizieren. Es entsteht die „alveoläre Echinococcose“ des Menschen mit vielen kleinen Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen) in Leber und anderen Organen. Unbehandelt verläuft diese Infektion beim Menschen oft tödlich.
Der gefährliche Hundebandwurm spielt in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Hauptwirt ist der Hund, Zwischenwirte sind zum Beispiel Wiederkäuer und das Schwein. Der Hund infiziert sich durch den Verzehr von rohen Schlachtabfällen oder Innereien. Der Mensch fungiert als Fehlwirt: Durch die Aufnahme von infektiösen Eiern entsteht bei ihm eine über Monate oder Jahren wachsende Zyste in der Leber oder anderen Gewebe. Diese Organveränderung wird als „zystische Echinococcose“ bezeichnet. Hunde, die aus Verbreitungsgebieten kommen, sollten auf den Hundebandwurm untersucht werden.

Herzwürmer (Dirofilaria immitis) 
Die Herzwurmerkrankung kommt vor allem in Süd-, Zentral- und Osteuropa vor. In Deutschland ist sie weniger verbreitet. Die dünnen, bis zu 30 cm langen Würmer siedeln sich in der Lungenarterie und im Herzen an. Die weiblichen Würmer produzieren sogenannte Mikrofilarien. Diese werden von verschiedenen Stechmückenarten bei der Blutmahlzeit aufgenommen und beim nächsten Stechakt auf den neuen Wirt übertragen. Die Herzwurmerkrankung verursacht Symptome im Herz-Kreislauf-System: verringerte Belastbarkeit, Atemnot und Husten. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tod des Tieres führen. Da die Behandlung der adulten Würmer nicht unproblematisch ist, sollte ein besonderes Augenmerk auf die Prophylaxe bei Reisen in endemischen Gebieten gelegt werden.

Wie oft sollten Sie ihren Hund entwurmen?

Das ist eine spannende Frage. Die Empfehlung, jeden Hund generell 3-4mal im Jahr zu entwurmen, ist nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr geht es darum, eine individuelle Risikoabschätzung für jedes Tier vorzunehmen. Dabei spielen das Alter, die Ernährung, die Haltungsform, die Nutzung des Tieres und auch die Reisefreudigkeit des Tierbesitzers eine wichtige Rolle.
Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Hundewelpen, Hunde, die in größeren Gruppen gehalten werden, Hunde mit Freilauf und Hunde, die rohes Fleisch oder Innereien und viele Beutetiere fressen, ein höheres Risiko haben sich mit Parasiten zu infizieren.
Sollte das individuelle Risiko des Tieres nicht eindeutig eingeschätzt werden können, lautet die Empfehlung 4mal pro Jahr zu entwurmen. Haben Sie allerdings einen Hund, der jagdlich geführt wird, der Beutetiere oder auch Aas oder den Kot von Artgenossen frisst, dann sollten Sie Ihr Tier noch häufiger entwurmen. Hundewelpen sollten ab der 2. Lebenswoche im Abstand von 14 Tagen entwurmt werden, bis 2 Wochen nach dem Absetzen. Ein säugendes Tier sollte immer parallel zur 1. Behandlung der Welpen mit entwurmt werden.
Auch bei engem Zusammenleben von Kindern oder auch immungeschwächten Personen mit Hunden sollte über ein sehr häufiges Entwurmen nachgedacht werden. Hat ihr Tier einen Flohbefall, dann sollten Sie nicht nur die Flöhe behandeln, sondern auch gegen Bandwürmer entwurmen.
Man kann alternativ zur häufigen Entwurmung auch regelmäßige Kotuntersuchungen beim Tierarzt durchführen lassen. Da Wurmeier oder andere Parasiten nicht regelmäßig ausgeschieden werden, ist die Regelmäßigkeit der Überprüfung von großer Bedeutung! Eine einmalig negative Kotprobe bedeutet leider nicht, dass der Hund keine Würmer hat.
Hunde, die auf Ausstellungen gehen, sollten 4 Wochen vor und 2-4 Wochen nach diesem Ereignis entwurmt werden, da das Risiko sich anzustecken steigt, wenn viele (fremde) Hunde aufeinandertreffen.
Sollten Sie mit Ihrem Hund auf Reisen gehen, informieren Sie sich vorab, ob bestimmte Parasiten in Ihrer Urlaubsregion vorkommen. So gilt beispielsweise für die Herzwurmprophylaxe in Süd-, Zentral- und Osteuropa eine Behandlung mit geeigneten Präparaten ab dem Beginn einer möglichen Übertragung bis 30 Tage nach zuletzt möglicher Übertragung in monatlichen Abständen.
Besprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Tierarzt, welche Häufigkeit und Form der Entwurmung bzw. Parasitenprophylaxe für Ihren Liebling optimal ist!

Womit kann entwurmt werden?

Dem Tierbesitzer stehen eine Vielzahl an Anthelminthika (Entwurmungsmittel) zur Verfügung.
1. Spot-on Präparate (eine Flüssigkeit zum Auftropfen auf die Haut)
2. Tabletten
3. Entwurmungspasten zur Eingabe ins Maul
4. Injektionen durch den Tierarzt

Fazit

Ausgewachsene, gesunde Hunde kommen mit einem gewissen Wurmbefall meist recht gut zurecht. Da jedoch manche Würmer auch für den Menschen gefährlich werden können, sollte man die Tiere regelmäßig entwurmen. Welpen, Senioren und bereits erkrankte Hunde können zudem ebenfalls stark unter einem Wurmbefall leiden.

Immer für Sie da!

Videochat

Hilfe per Smartphone

  • Kompetente und erfahrene Tierärzte
  • Problemlösung oft ohne weiteren Tierarztbesuch
  • Termine in wenigen Minuten verfügbar
  • Jederzeit stornieren mit Geld-Zurück-Garantie

Tierarzt sprechen

Das sagen unsere Kunden

“Endlich Gewissheit! Die Zeiten, in denen ich im Netz nach Antworten gesucht habe (und mich dabei verrückt gemacht habe), sind dank euch vorbei. Danke!”

Verena Jürgens

“Super Service! Toller Tierarzt, der einem direkt dieses Unwohlsein als Hundebesitzer mit seiner Expertise und Gelassenheit wegnimmt.”

Sandy Olczyk

“Ein unkomplizierter und schneller Weg, um professionelle Hilfe von einem Tierarzt zu bekommen - egal, wo man ist.”

Juliane Behrle

Wie können wir noch besser werden?

Wähle bitte folgendes Bild aus: Hund